1_Teaserfoto HauptseiteDer immer schnellere Wandel zu einer immer unmittelbareren Kommunikation wird die Arbeit von Kommunikatoren  verändern – auf Agenturseite genauso wie in Unternehmen. Das sagt Ketchum´s Managing Director Global Brand Marketing Practice, Bill Reihl, auf dem Inspiration Day 2014 und nennt den wichtigsten Treiber für die beschleunigte Kommunikation: die rasante technologische Entwicklung.2_Foto BlogbeitragBrauchten Erfindungen wie das  Telegrafennetz, das Telefon, das Radio oder das Fernsehen noch Jahrzehnte, um sich als neue Kommunikationsangebote im täglichen Alltag für Millionen  Nutzer weltweit durchzusetzen, vergehen heute bei Datenbrille,  Smartwatch oder Smartphone nur wenige Jahre. Beispiele wie Facebook, Twitter  oder zuletzt das Realtime-Transportation-Netzwerk Uber zeigen, dass die Art und Weise wie und über welche Tools Millionen Nutzer weltweit kommunizieren sich ebenfalls permanent ändert – wohin eigentlich?

Diagnose: „Realtime“ ist gekommen um zu bleiben

Echtzeitkommunikation heißt der Trend, der schon längst im Kommunikatoren-Alltag angekommen ist. Marken leben  in  „Real time times“. Beispiele gefällig?  Kekshersteller Oreo reagierte mit einem witzigen Tweet quasi in Echtzeit auf den Stromausfall beim amerikanischen Megaevent Superbowl. Über Oreos “You can still dunk in the dark“ sprachen mehr Verbraucher und Medien als über den eigens zum Superbowl kreierten TV-Commercial.

4_Foto Blogbeitrag kleinDie Schnellrestaurant-Kette Arby´s war ebenfalls besonders schnell in ihrer Kommunikation.  Das amerikanische Unternehmen sichtete Sänger Pharrell Williams bei den Grammy Awards mit einem Hut, der starke Ähnlichkeiten zu dem Firmenlogo von Arby´s aufwies. Der Arby´s-Tweet „Hey Pharrell, we want our hat back“ sorgte unter Usern für Furore und veranlasste Pharrell Williams zu einer Reaktion, was weitere Aufmerksamkeit generierte.

Echtzeit-Kommunikation ist übrigens nicht nur etwas für Consumer Marken, glaubt Bill Reihl. Auch für B-2-B  Unternehmen ergeben sich Chancen. Sie sollten aber besonders auf den Zusammenhang (Context), den Inhalt (sinnvoller Content mit Mehrwehrt) und den Ton achten.  So wie es das Beispiel des Cloud und Hosting Anbieters Netrepid zeigt: als beim lokalen Wettbewerber Burstnet Qualitätsmängel auftauchten und die Kunden sich in den sozialen Medien und Foren darüber beschwerten, lockte Netrepid mit Extra-Vergünstigungen und Services für wechselwillige Burstnetkunden. Kurz darauf tauchten in Foren die ersten begeisterten „Burstnet-Flüchtlinge“ auf, die zu Netrepid gewechselt waren und begeistert über den Service berichteten – was  weitere Wechselwillige anlockte.

Risiken & Nebenwirkungen: Kommunikation wird „menschlicher“

6_Foto Blogbeitrag kleinOreo und Arby´s sind gute Beispiele, wie aus einem Unfall oder Vorfall ein gesteuerter Dialog entsteht.  Die Unternehmen waren mutig genug,  aus der Situation heraus schnell zu agieren, eine Bauchentscheidung zu treffen, witzig zu sein. Was heißt das für die Kommunikation generell? Aus seiner 20-jährigen Beratungsexpertise bei Marken weltweit schöpft Bill Reihl die These, dass Kommunikation in „Zeiten der Echtzeit“ bei allem Technologie-Getöse um Endgeräte, Tools und Dienste wieder etwas „menschlicher“ wird. Es zählen Spontanität, Bauchgefühl, Authentizität und der Mut, Fehler zu machen und auszuprobieren.

Das beste Rezept: Die „Gleitsichtbrille“ für Kommunikatoren

7_Foto Blogbeitrag kleinBei allem Fokus auf das Aktuelle und Spontane (siehe auch: Present Shock) dürfen Kommunikatoren aber die Weitsicht nicht verlieren – z.B. den Blick für die großen Zusammenhänge, die zukünftigen Trends oder die Marken-Story.   Denn die lässt sich den Verbrauchern schwer allein in  den 140 Zeichen eines Tweets vermitteln. Kommunikatoren sollten also in Zukunft zur „Gleitsichtbrille greifen“ und für sich und ihre Marke sowohl die Nah-wie auch die Fernperspektive im Auge haben und auf jeden Fall mutig und mit viel Bauchgefühl handeln.