Mein Wochenrückblick: FAZ vs. Facebook // Geldverdienen mit Content // Echtzeit-Medienkritik // Verifizierung von Inhalten // Carsten Spohrs Krisenmanagement // Elon Musk Tweet // Bundesregierung auf Facebook // Datenschutz & Facebook // Twitter: Quality Filter im Test // Disruptive Technology Trends

Digitaler Journalismus

#1 FAZ contra Facebook
Vom Gatekeeper zur Content-Heimat hieß es letzte Woche in der KPWIR Ausgabe. Diese Woche kritisiert Matthias Müller von Blumencron, Chefredakteur digitale Projekte bei der FAZ, dass das soziale Netzwerk zukünftig selbst Nachrichten für andere Medien schreiben will. Er warnt vor Verlage vor Mark Zuckerbergs „verhängnisvolle[n] Umarmung“.

#2 Die Gretchenfrage: Wie kann man mit der Produktion von Inhalten Geld verdienen?
Dirk von Gehlen, Social Media Redakteur bei der SZ, ordnet den Auftritt Jonah Perettis auf der SXSW ein. Für den BuzzFeed ist eins klar: Wo der Inhalt lebt, sei ihm egal. Weniger wichtig sei die Kontrolle der Inhalte als dass sie überhaupt rezipiert werden. Die Inhalte seien Mittel zum Zweck, um an Daten zu gelangen, die dann Werbepartnern zur Verfügung gestellt würden.

#3 Echtzeit-Medienkritik
Der Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine hat auch die Rolle der Medien und ihre Berichterstattung in den Fokus gerückt. Die Kritik kommt unmittelbar durch die Leser und ist zum großen Teil negativ. Tom Klein, Multimedia-Journalist, nennt die Entwicklung Echtzeit-Medienkritik.

#4 Videos verifizieren in Zeiten von #varoufake
Digitale Bearbeitung von Bildern und Videos ist mittlerweile alltäglich. Photoshop hat es ja auch bereits als Verb in den deutschen Sprachgebrauch geschafft. Krautreporter hat mit Experten, die sich auf die Verifizierung von Inhalten spezialisiert haben, über den Fall #Varoufake gesprochen. Der Auftakt einer „losen Reihe“ eben solcher Beispiele.

Krisenkommunikation

#5 Lufthansa erhält Anerkennung für Krisenmanagement
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, und das Krisenteam des Unternehmens werden in der Öffentlichkeit für die Art und Weise und die Tonalität der Kommunikation sowie das Auftreten des CEOs und Unternehmens von vielen Seiten gelobt.

Digitale Netzwerke

#6 Der 900 Millionen US-Dollar-Tweet
Elon Musk, Chef von Tesla, hat mit 21 Wörtern ein Erdbeben an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Ankündigung, dass Tesla am 30. April ein neues Produkt vorstellen würde, sorgte dafür, dass der Börsenwert von Tesla um 4 Prozentpunkte, also 900 Millionen Euro, gestiegen ist.

#7 Zwischenfazit: Bundesregierung auf Facebook
Seit mehr als einem Monat ist die Bundesregierung auf Facebook. Die SZ liefert ein erstes Zwischenfazit. Das Community Management der Seite sei gut, die Beiträge der Nutzer zum großen Teil negativ, ernsthafter Dialog nicht wirklich vorhanden. Warum kein Dialog: Die SZ argumentiert, dass die Themen zu komplex seien und stellt fest, dass „der gelungene Austausch zwischen großer Politik und einzelnem Bürger deswegen nach wie vor Mittler [braucht]“, wie z.B. den Wahlkreis-Abgeordneten.

#8 Kein Facebook-User? Mark Zuckerberg weiß trotzdem, was du machst
Nach einem aktuellen Forschungsbericht würde Facebook seine Nutzer auch tracken, wenn sie dem nicht zugestimmt haben. Es könnten sogar Spuren von nicht-registrierten Nutzern nachverfolgt werden. Wie das funktioniert? „When a user visits a third-party site that carries one of Facebook’s social plug-ins, it detects and sends the tracking cookies back to Facebook – even if the user does not interact with the Like button, Facebook Login or other extension of the social media site.”

#9 Twitters „Quality Filter“ ist Spamfilter
Produkte müssen nicht immer perfekt ausgereift sein, um sie von einer Community testen zu lassen. Twitter beherzigt dieses Vorgehen mit seinem neuen „Quality Filter“, der seit letzter Woche für verifizierte Accounts freigeschaltet ist. Verifiziert ist lediglich 1 Prozent aller Twitter-Nutzer. Caitlin Dewey hat die Funktion getestet und kommt zu dem Schluss, dass sie noch Verbesserungen bedürfe, aber ein richtiger Schritt, um mit Beleidigungen umgehen zu können.

Trends & Evaluation

#10 Disruptive Technology Trends
Brian Solis, Digital Marketing Analyst, listet 25 disruptive Technologie Trends auf. Unter anderem behauptet er, dass Social Media 1.0 tot und Messenger Apps wie WhatsApp die Version 2.0 seien. Ein weiterer Trend: Die Generation Z zeichne sich dadurch aus, dass sie Mobile First, gar Mobile Only denke und konsumieren würde.

Fotocredit auf der Startseite: CC0 1.0