Mein Wochenrückblick: Kritik an Verlagen // Snapchat wird immer zum Mediendienst // Digital News Initiative // Bloggen auf instagram // Krisenstrategie der Deutschen Bank // Marseille-Kliniken in der Kritik // AGF & YouTube // Wie Click Farms funktionieren // BuzzFeed Pound

Digitaler Journalismus

#1 Verlage verharren im klein-klein
Im Interview mit dem Horizont plädiert Axel-Springer-Vorstand Jan Bayer für große publizistische Ideen, wie z.B. der Zusammenschluss von Welt und N24, der zu einem “digitale[n] Leitmedium im Segment Qualitätsjournalismus” werden soll. Darüber hinaus sagt er, dass große Disruptionen „Online-To-Online“ stattfänden und nicht „Online-To-Print“.

#2 Snapchat bastelt an eigener Nachrichtenabteilung
Peter Hamby wechselt von CNN zu Snapchat. Er gilt als einer der renommiertesten politischen Reporter des Senders. Er wird dort „Head of News“. Dies ist nach der Discover-Funktion ein weiteres eindeutiges Zeichen, dass sich Snapchat stark in Richtung Mediendienst weiterentwickelt.

#3 Googles Investitionsprojekt „Digital News Initiative” in Europa
In den nächsten drei Jahren plant Google 150 Millionen Euro zu investieren, um Innovationen im digitalen Journalismus in Europa zu fördern. Mit der „Digital News Initiative“ soll auch der direkte Austausch mit Medienmachern verbessert werden. Die “FAZ” und “Die Zeit” sind als erste Medien aus Deutschland dabei.

#4 Lukratives Modebloggen auf Instagram
Obwohl Instagram nicht gerade ideale Voraussetzungen für Affiliate Marketing bietet – da z.B. Links ohne Hyperlinks hinterlegt sind, stellt das Handelsblatt stellt ein paar Beispiele vor, wie Selbstinszenierung von Fashion Bloggerinnen auf erfolgreich funktioniert und wie nicht.

Krisenkommunikation

#5 Krisenstrategie der Deutschen Bank
Sparprogramm, Filialschließungen, Postbank-Verkauf – die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Und Vorstandschef Jürgen Fitschen musste sich auch vor Gericht verantworten. Ist so viel Ungemach auf einmal Zufall?

#6 Marseille-Kliniken: Informationen für 199,20 Euro
Da haben sich die Hamburger Marseille-Kliniken wohl gefreut, eine neue Erlösquelle gefunden zu haben. Journalisten sollen für Anfragen an die PR-Abteilung Geld bezahlen. So geschehen bei „Spiegel“-Redakteur Gunther Latsch. Der sollte „für die Beantwortung der Anfrage, Recherche“ sowie die „ Auswertung von Unterlagen“ und eine „Schreibgebühr“ 199,20 Euro bezahlen. Dies sei ein günstiges Angebot sagt das Unternehmen. Wenn sie den Schaden, den dieses Verhalten jetzt angerichtet hat mit kalkulieren, scheint es wohl doch teurer geworden zu sein als gedacht.

Trends

#7 Bewegtbild-Daten erhalten deutlichen Auftrieb durch YouTube
Google hat sich mit der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) darauf geeinigt, YouTube in die Streaming-Daten-Messung aufzunehmen. Das ist weltweit einzigartig. „Mit der Einbeziehung von YouTube könnte die AGF-Online-Währung nun deutlich an Relevanz gewinnen.“

#8 Alte gegen neue Währung: Wie Click Farms funktionieren
In einer längeren Reportage beschreibt NewRepublic an einem Beispiel von den Philippinen wie Click Farms arbeiten. Click Farms sind dafür da, um Facebook Likes oder Twitter Follower – die Währung sozialer Medien – gegen Geld zu liefern. Click Farms zeigen „how easy it is to purchase black-market influence on the Internet”. Ein interessanter Blick hinter die Kulissen.

#9 BuzzFeeds Anaysetool „Pound” vorgestellt
BuzzFeed hat sein Analyseinstrument „Pound” präsentiert. Pounds steht für „Process for Optimizing and Understanding Network Diffusion“ und soll zeigen, wie die Inhalt im Netz geteilt und weitergegeben werden. Im Zentrum der Analyse steht: „Instead of roping off social sharing into platform-based, Pound is designed to trace the way stories or videos are shared. So wird am Beispiel von „The Dress“ gezeigt, dass das Bild insgesamt 38 Millionen Mal angesehen wurde und kann belegen wie viele „Shares“ die News auf Facebook, Twitter, Blogs oder Nachrichtenseiten erzeugt hat.

 

 

 

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