Mein Wochenrückblick: Social Listening Tools // Ist Online-Journalismus qualitativ schlecht? // Medienmarkt // Welt vs. Vapiano // Buy Button // Diktiert Facebook politische Meinung? // Debatte um Video-Views // Merkel bei “LeFloid // Emoji-Hype

Digitaler Journalismus

#1 Social Listening Tools, um der Erste zu sein
Das Beispiel von NowThis stammt zwar aus den USA, zeigt es doch im Kontext von Facebook und Twitter, wie wichtig Social Listening Tools wie Dataminr geworden sind. Denn: mithilfe dieser Werkzeuge lassen sich in sozialen Netzwerken Informationen sammeln, die noch keine Stories sind. Sie geben Journalisten die Möglichkeit, die ersten zu sein.

#2 Online-Journalismus? Sieht nicht gut aus
Robo-Journalismus, der Abgesang auf Verlage und Medienmarken, Mediennutzungsverhalten der jungen Generation und Positivbeispiele aus den USA. Richard Gutjahr, Blogger, äußert sich dem Horizont zur Zukunft des Online-Journalismus. Der Tenor: es sieht nicht gut aus.

#3 Zusammenschlüsse auf dem Medienmarkt
Es tut sich was auf dem deutschen Medienmarkt. Zum einen diskutieren die Spitzen von Berliner Zeitung, Tagesspiegel und Berliner Morgenpost stärker zu kooperieren. Zum anderen gebe es Verhandlungen zwischen dem Axel Springer Verlag und ProSiebenSat.1 über eine Fusion.

Krisenkommunikation

#4 Welt vs. Vapiano
Nach dem im Mai schon Vorwürfe wegen schlechter Arbeitsbedingungen veröffentlicht wurden, wirft das Welt-Investigativteam dem Systemgastronom Vapiano vor, Mitarbeiter um ihren Lohn betrogen zu haben. Beide Berichterstattungen von Anette Dowideit, Investigativreporterin, wurden von der SB-Kette teilweise fragwürdig begleitet (Mai und Juli).

Digitale Netzwerke & Plattformen

#5 Der Buy Button macht Plattformen zum Zwischenhändler
Google, aber vor allem auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Pinterest sind dabei, ein Zwischenhändler zwischen Konsument und Online-Shop zu werden. Denn sie haben bereits oder entwickeln gerade „Buy Buttons“, um Kunden das mobile Einkaufen zu erleichtern und selbst mit daran zu verdienen. Ob das auch vom Kunden angenommen wird, werden die kommenden Jahre erst noch beweisen müssen. Allerdings bietet dieser Artikel der NY Times einen guten Einblick in die Entwicklung.

#6 Diktiert Facebook politische Meinung?
„Ein Hightech-Unternehmen mit Moralvorstellungen des 19. Jahrhunderts“ schreibt die FAZ über Facebook. Der Grund: Die nicht nachvollziehbaren Algorithmen, die die Meinungsfreiheit privatisiere. Der Artikel liefert eindrückliche Beispiele über Zensur auf dem sozialen Netzwerk, das die Debatten lenke und sich „zu einem gefährlichen Monopolisten in der Verbreitung von News und Informationen“ entwickle.

#7 Als YouTube anfing anders zu zählen / Debatte um Video-Views
Im März 2012 brach innerhalb eines Tages die Anzahl der Nutzer auf YouTube um 20 Prozent ein. Denn: die Video-Plattform hatte seine Metrik umgestellt. Wurde vorher jeder „View“ – auch wenn er nur Sekunde dauerte – gezählt, stellte man das System auf die „Sehdauer“ (Watch Time) um. Dieser Schritt hat sich mittlerweile als zuverlässiger und nachhaltiger erwiesen. Dennoch ist die Debatte, wie „Views“ gezählt werden sollen auch für Marken voll im Gange.

#8 Angela Merkel zu Gast bei „LeFloid“
Reichweite ist auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel attraktiv. Zuletzt die Einführung eines Instagram Accounts und jetzt ein Interview mit dem bekannten YouTuber „LeFloid“, der es auf 2,6 Millionen Abonnenten bringt. Das Interview findet heute statt und soll am Montag, 13. Juli, veröffentlicht werden. Bei Twitter können mit dem Hashtag #NetzFragtMerkel Fragen gestellt werden.

Kreativität

#9 Der Emoji-Hype
In dieser Woche hat der Emoji-Hype ungeahnte Höhen erreicht. In der NBA ist gerade die heiße Phase der Transferzeit. Die „Free Agents“ (vertragslosen Spieler) wollen überzeugt werden zu einem neuen Verein zu wechseln. Dies hat diesmal mittels Emojis kuriose Züge angenommen: „DeAndre Jordan story sparks intense NBA emoji war“. Wer einen Link gerne als Emoji haben möchte, kann das hier machen.

Fotocredit auf der Startseite: CC0 1.0