Mein Wochenrückblick: Netzpolitik.org // BuzzFeed Deutschland // Business Insider Deutschland // Kritik an Silke Burmester // Das Scheitern von Google+ // Instagram // Facebook Live

Digitaler Journalismus

#1 Netzpolitik.org: Vorwurf des Landesverrats
Der Generalbundesanwalt Harald Runge wirft den Betreibern von Netzpolitik.org Landesverrat vor. So weit, so skurril. Ein kurzes Portrait über Markus Beckedahl hat die SZ angefertigt und die Tagesschau hat die Chronologie der Ereignisse zusammengestellt. Bis zum 3. August sind 50.000 Euro an Spenden für die Blogger eingegangen. Die Kanzlerin ging auf Distanz zu den Ermittlungen bis Justizminister Heiko Maas schließlich den Generalbundesanwalt feuerte. Parallel zum Vorwurf des Landesverrats, ist die Funke-Gruppe (WAZ) wegen Urheberrechtsverletzung aufgefordert worden, geheime Bundeswehr-Dokumente aus dem Netz zu nehmen.

#2 1 Jahr BuzzFeed Deutschland
Seit einem Jahr gibt es BuzzFeed auch in Deutschland. Im Interview gibt die Chefredakteurin Juliane Leopold zu, dass die Inhalte wegen des Unterhaltungscharakters „trivial“ seien. Die Inhalte müssten vor allem mobil funktionieren, da zwei von drei mit dem Smartphone lesen. Sie habe kein Problem mit Native Advertising, da diese Beiträge gekennzeichnet seien und eher Probleme „mit Verlagsbeilagen in Zeitungen, die in der gleichen Schrift erscheinen wie der Rest der Zeitung, zum Teil mit den gleichen Autoren.“ Darüber hinaus werde der deutsche Ableger personell weiter wachsen: von sieben auf 12 Redakteure bis Ende des Jahres.

#3 Business Insider Deutschland
Deutschland bekommt Ende des Jahres ein neues Wirtschaftsmedium, denn dann startet der deutsche Ableger des Business Insider. Volker Schütz hat im Horizont Gründe gegenübergestellt, warum der neue von Axel Springer unterstützte Akteur traditionellen Wirtschaftsmedien gefährlich werden könnte und warum Handelsblatt, WiWo & Co. vielleicht doch locker bleiben sollten.

Krisenkommunikation

#4 “Think before you tweet”
Silke Burmester, Kolumnistin bei taz und Spiegel Online, hat sich, sagen wir einmal, sehr speziell zu den Maccabi Games geäußert und damit eine veritable Welle an Kritik ausgelöst.

In Israel als Anti-Semitin abgestempelt, gesteht sie den Tweet in der taz als Fehler ein und warnt davor, schneller zu schreiben als zu denken.

Digitale Netzwerke & Plattformen

#5 Verhoben: Wie Google+ scheiterte
Das Technologie-Magazin Mashable hat mit mehreren (Ex-) Google Mitarbeitern über das soziale Netzwerk Google+ gesprochen. Es ist zwar noch nicht offiziell gescheitert, aber wird auch nicht mehr zum Social Media Hit. Angetreten waren sie, um Facebook zu schlagen („Facebook is going to kill us.”). Der Artikel liefert spannende Insights über ein ambitioniertes Projekt.

#6 Instagram: Nächster großer Schritt für Unternehmen und Agenturen
Die Foto-App öffnet ihre API (Programmierschnittstelle) für Dritte. Dieser Schritt ermöglicht Kommunikationsexperten Werbung automatisiert und geplant zu schalten, sodass die Umsetzung von Instagram-Kampagnen erleichtert wird.

#7 Facebook entert Live-Streaming-Markt
Diese Woche ist der Roll-Out von Facebooks eigenem Live-Streaming-Dienst „Live“ gestartet. Zunächst können nur verifizierte Accounts, also Influencer, den Dienst via Facebooks „Mentions“-App nutzen, allerdings kann hier ein riesiger Konkurrent für Meerkat und Periscope entstehen. Zum Beispiel ist das Video von Skisportlerin Lindsey Vonn über 1,3 Millionen Mal angesehen worden.

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