Mein Wochenrückblick: Werbeblocker // Schweiger VS Spiegel // Wikileaks will zahlen // SWR VS Lidl // Tinder Twittertantrum // Google alphabet // Facebook Breaking News

Digitaler Journalismus

#1 Werbeblocker verursachen Milliardenverluste
Werbeblocker wie AdBlock werden seit Jahren in den zirkeln der digitalen Werbetreibenden heiß diskutiert. Eine Adobe Studie beziffert nun die diesjährigen Verluste der Werbebranche weltweit auf 21,8 Milliarden Dollar. In Deutschland stieg die Blocker-Nutzung um 17% auf 18 Millionen monatliche Nutzer. Die Problematik wir bleiben: Verlage scheitern mit ihren Klagen und Apple wird nachgesagt einen eigenen Blocker im nächsten mobilen Betriebssystem integrieren zu wollen.

#2 Til Schweiger versus Spiegel
Das Social-Media-Match „SchweigerVSSpiegel“ ist wieder entfacht. Nach der letzten Runde, bei der es um Schweigers Tatort ging, entbrannte ein neuer Streit über Einmischung des Schauspielers in Flüchtlingspolitik. Spiegel Online kommentierte Schweigers Engagement mit einer Auswahl an hämischen Tweets, Schweiger schimpfte darüber auf Facebook, Spiegel konterte mit einem Schweiger-Bullshit-Bingo. Der Verlauf ist nicht nur amüsant, sondern ist ein schönes Beispiel wie Social Media Berichterstattung verändert.

#3 Wikileaks will Whistleblower bezahlen
Die Enthüllungsplattorm hat eine Crowdfundingkampagne gestartet um 100.00 Euro zu generieren. Damit sollen Informanten dazu bewegt werden, geheime Dokumente über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zu veröffentlichen. Fraglich ist wie sich die neue Incentivierung auf das Image der „Überzeugungstäter-Plattform“ auswirken wird.

 

Krisenkommunikation

#4 SWR pflückt Lidl Imagefilm auseinander
Lidls neuer Imagefilm mit der Aussage „Nur Dank unserer Mitarbeiter können wir selbstbewusst sagen: Lidl lohnt sich.” wurde vom SWR gehörig auseinander genommen. Ein Bericht befragte die zufriedenen Mitarbeiter, von denen in Film die Rede ist. Diese erheben in schwere Vorwürfe gegen Lidl.

#5 Tinder tweetet sich die Negativ PR selbst herbei
Auf einen Tinder-kritischen Bericht der Vanity Fair, schieben die Social-Media-Verantwortlichen von Tinder einen Wutanfall auf Twitter und verursachen ihre Krise somit selbst. Mit einem eigens entfachten Tweetstorm veröffentlicht der Account 31 Tweets, mit Rechtfertigungen, Anschuldigungen und versuchter Journalistenbeeinflussung. Digiday fasst die belustigten aber auch bestürzten Reaktionen schön zusammen. Obwohl der Wutanfall angeblich ein Stunt von der zuständigen PR-Agentur gewesen sein soll, bleibt fraglich, was das ominöse Ziel der Aktion war.

 

Digitale Netzwerke & Plattformen

#6 Aus Google wird Alphabet
Die Gründer Brin und Page stellen ihr Unternehmen schlanker auf und gründen einen Corporate Überbau für Google: Alphabet. Während sich Google Fanboys noch verwundert die Augen reiben, zeigt Russell Brandom die wahrscheinlich zugrundeliegende Motivation: Die neuerlangte Fähigkeit in Start-Ups und Risikoprojekte investieren zu können ohne dabei den Börsenwert des Core-Business (Search, Android & Youtube) zu gefährden.

Kurioserweise ist die URL Alphabet.com schon belegt – und zwar durch eine gleichnamige BMW-Tochter. Dass diese die URL abgeben ist unwahrscheinlich, denn spätestens seitdem die deutschen Autobauer die Nokia Karten HERE aufgekauft haben, konkurrieren sie offiziell mit Google.

#7 Facebook baut angeblich Twitter Klon
Laut Business Insider UK wird Facebook bald seinen Nutzern eine eigenständige App für „Breaking News“ anbieten. So wie der Dienst beschrieben wird erinnert er doch stark an das altbekannte Twitter-Prinzip: Medienseiten versenden Push-Nachrichten an Nutzer, mit maximal 100 Zeichen und einer URL.

 

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