Behinderungen, sexuelle Orientierung, Rasse und Geschlecht sind nach wie vor die größten Hindernisse für den Aufstieg in die Führungsetagen / Politische Führer enttäuschen in den Bereichen Korruption, Wirtschaft und Bildung / Empfehlungen für Politiker, wie Vertrauen geschaffen werden kann

New York, 30. Juni 2016 – Bei der Vergabe von Führungsrollen spielen Rasse, Geschlecht, Behinderungen und sexuelle Orientierung auch 2016 noch eine große Rolle und erschweren die Aufstiegsmöglichkeiten. Doch die politische Führung tut nach Ansicht der Studienteilnehmer zu wenig, um diesen Zustand zu ändern. Dies sind die zentralen Ergebnisse des Ketchum Leadership Communication Monitors 2016, einer Umfrage unter mehr als 3.000 Menschen in zehn Ländern.

„Fünf Jahre globale Forschung belegen, dass es zwar einerseits hohe Erwartungen an die Führungsebenen gibt, andererseits aber das Vertrauen in die entsprechenden Fähigkeiten fehlt“ sagt Rod Cartwright, Partner und Direktor von Ketchums Global Corporate & Public Affairs Practice. „Die diesjährigen Resultate zeigen jedoch auch, dass Unternehmensführer enorme Chancen haben, durch eine aktive Bekämpfung der Ungleichbehandlung Punkte gut zu machen.“

ANTEIL DER BEFRAGTEN, DIE DAVON AUSGEHEN, DASS MENSCHEN KEINEN GLEICHBERECHTIGTEN ZUGANG ZU FÜHRUNGSPOSITIONEN HABEN (nach Kategorien):

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Trotz des sozialen Fortschritts der vergangenen Jahrzehnte glaubt in keinem der befragten Länder eine Mehrheit der Studienteilnehmer daran, dass Gleichberechtigung herrscht. In Brasilien, Japan und Spanien wird der ungleiche Zugang zu Führungspositionen als besonders stark wahrgenommen.

Um die gläserne Decke zu durchstoßen, sehen die Befragten vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht. Aber auch der persönliche Einsatz, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen, wird als ebenso notwendig erachtet. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen spielen nach Überzeugung der Befragten dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Rob Flaherty, Senior Partner, CEO und Präsident von Ketchum, sagt: „Es ist bemerkenswert, dass sich selbst im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts die Hindernisse für einen gleichberechtigten Zugang zu Führungspositionen so hartnäckig halten. Und das zu einer Zeit, in der politische Führung wichtiger ist denn je., Eine Zeit, in der Menschen zuerst die Wirtschaft und sich selbst in der Verantwortung sehen, gegen diese Barrieren anzugehen, statt die Initiative für den sozialen Wandel von denjenigen zu verlangen, die dafür gewählt wurden.“

 

Weltweite Vertrauenskrise in die Politik

Der Ketchum Leadership Communication Monitor 2016 wirft ein neues Licht auf das Ausmaß der globalen politischen Führungskrise. Er beschreibt die wesentlichen Ursachen und gibt, basierend auf den Erfahrungen aus der Wirtschaft, Empfehlungen, wie das Vertrauen in die Politik wieder gestärkt werden kann.

Beinahe zwei Drittel (61 Prozent) der weltweit Befragten sind der Meinung, dass Politiker in den vergangenen Jahren die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnten. Und nur sieben Prozent glauben, dass Politiker auch Verantwortung übernehmen, wenn sie ihre Versprechen nicht einhalten.

Zudem findet nur einer von fünf Befragten (22 Prozent), dass Politiker effektiv führen. Mangelhafte Noten gibt es auch für die Kommunikation: Hier landeten die politischen Führer, wie in den vergangenen Jahren auch, wieder auf dem letzten Platz. Im Gegensatz dazu stehen Führungskräfte aus der Wirtschaft in den Augen der Befragten weitaus besser da.

 

Politiker machen die richtigen Dinge falsch und die falschen Dinge richtig

Die Vertrauenskrise in die politische Führung beruht zu einem großen Teil auf der Wahrnehmung, dass die Politiker die richtigen Dinge falsch und die falschen Dinge richtig machen. Es gibt eine beträchtliche Lücke zwischen der Bedeutung, die die Befragten den drei Themen Korruption, nationale Wirtschaft und Bildung beimessen und den wahrgenommen politischen Erfolgen in diesen Bereichen.

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Bei der Bekämpfung der Korruption – für 69 Prozent der Befragten eines der wichtigsten Themen – besteht die größte Diskrepanz. Nur 22 Prozent sehen hier Erfolge bei der Bekämpfung. Die beste Arbeit leisten die Politiker nach Ansicht der Befragten hingegen bei den Themen nationale Sicherheit, Terrorismus und Klimawandel. Diese belegen jedoch nur Platz vier, sechs und acht unter den zehn wichtigsten Themen, denen sich Politiker widmen sollten.

 

Fünf Schritte für Politiker, um Vertrauen zurückzugewinnen

  1. Den vorgenannten Themen (Korruption, nationale Wirtschaft, Bildung) mehr Aufmerksamkeit schenken.
  2. Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen, die sich die Befragten von ihren Vorgesetzten wünschen (siehe Grafik unten).
  3. Effektive Führung von den Führungskräften aus der Wirtschaft abschauen.
  4. „Weiblicher“ führen: Vorbild sein, offen und transparent kommunizieren und Fehler zugeben können.
  5. Hierarchiedenken überwinden: Führung sollte in den Reihen der Mitarbeiter verankert sein, nicht nur bei Vorstand oder Geschäftsleitung.

WAS SICH MENSCHEN VON FÜHRERN WÜNSCHEN

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Weitere Informationen und Materialien zum Thema finden Sie auf www.ketchum.com/leadership-communication-monitor-2016

Über den Ketchum Communication Leadership Monitor

Durchgeführt wurde die Umfrage vom 29. März bis zum 19. April 2016 im Auftrag der Kommunikationsagentur Ketchum in den Ländern USA, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Spanien, China, Singapur, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südafrika und Brasilien. An der Erhebung nahmen rund 3.000 Personen teil.