Mein Wochenrückblick: Anti-Whistleblower § // Springer x Adblocker // Handelsblatt & Millenials // Dieselgate @ Hollywood // Seawatch in Berlin // Facebook Videos & Shopping // Instagram > Twitter

Journalismus

#1 Anti-Whistleblower Klausel bei Vorratsdatenspeicherung
Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung enthält einen Paragraphen der investigativen Journalisten die Arbeit deutlich erschweren könnte. Wie das NDR-Magazin Zapp berichtet, kann man die Klausel gegen „Datenhehlerei“ auch als „Anti-Whistleblower-Gesetz“ verstehen. So würde man sich unter dem neuen Gesetz strafbar machen sobald man unrechtmäßig kopierte Daten veröffentlicht. Während „professionelle“ Journalisten von der Klausel ausgeschlossen sind, wären Blogger und externe Experten nicht geschützt.

#2 Bild macht gegen Adblocker ernst
Der Axel Springer Verlag setzt ab sofort auf ein radikales Modell gegen Adblocker und sperrt deren Nutzer von Bild.de. Springer war schon vor 3 Jahren Trendsetter bei Paywalls für Journalismus. Demnach darf man wohl gerne annehmen, dass weitere Verlage nachziehen werden. Das Netz reagierte derweil mit hämischen Kommentaren, Adblocker vermeldeten einen Sprung an Spenden.

#3 Handelsblatt zielt auf jüngeres Publikum
Das Handelsblatt zieht mit Springer gleich und startet ein Jugendangebot für Millenials: „Orange by Handelsblatt“. Vier Redakteure im Alter der Zielgruppe gibt es, sie wollen „Wirtschafts-Updates ohne langweiliges Blabla“ liefern. Das ganze wird auch Zielgruppengetreu eher auf Whatsapp und Facebook gepusht als mit Pressemitteilungen beworben.

 

Krisenkommunikation

#4 Dieselgate erreicht Hollywood
Die Krise bei VW wird wohl sehr lange andauern. Zumindest wenn man einem Bericht des Magazins Entertainment Weekly Glauben schenkt noch jahrelang. Dem zufolge hat Leonardo DiCaprio mit seiner Produktionsfirma die Filmrechte zu einem Buch über VW Krise gekauft. Das Buch von Jack Ewig ist schon in der Mache und soll sich mit Volkswagens Unternehmenskultur und den Planungen des Dieselbetrugs auseinandersetzen.

#5 Sea Watch‘s kontroverse Flüchtlings PR
Die NGO Sea Watch pferchte 120 Menschen in ein Boot vor dem Bundestag und wollte damit auf die schwierige Situation von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer aufmerksam machen. Politiker wurden in ein Schlauchboot gesetzt und trieben ein paar Minuten 10m vom Spreeufer entfernt. Abschließend erzählten sie dann nun tatsächlich einschätzen zu können wie schrecklich sich die echte Bootstour der Flüchtlinge anfühlen müsse. Anstatt lauten Mitleidsbekundungen gab es im Netz kontroverse Diskussion zur Sinnhaftigkeit und Moral der teilnehmenden Politiker die sich dadurch in Szene setzten.

Digitales & Social Media

#6 Facebook testet eigene Feeds für Videos und Shopping
Das Soziale Netzwerk macht mit gleich zwei lang erwarteten Entwicklungen ernst und testet eigene Feeds für Videos und Shopping. Auf der einen Seite verfestigt sich so die Strategie wie Youtube vom Video-Thron gestoßen werden soll, auf der anderen Seite werden die Möglichkeiten für eCommerce auf der Plattform immer handfester. Man könnte fast glauben Facebook schreitet unaufhaltsam dem selbstauferlegten Ziel entgegen „Plattform für alles“ zu werden.

#7 Instagram hat mehr Nutzer als Twitter in Deutschland
Die neueste Studie von ARD/ZDF zum Onlineverhalten der Deutschen zeigt deutlich, Social Media nimmt den großteil aller Onlineaktivität ein, wobei Instagram mittlerweile deutlich vor Twitter in Nutzerzahlen liegt. Eines der weniger überraschenden, trotzdem bemerkenswerten, Ergebnisse: Videos sind überall und werden immer beliebter.

 

 

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