Die zentralen Ergebnisse im Überblick: Ursache wird mehrheitlich bei Piloten und der Vereinigung Cockpit gesehen // Deutsche sind streikmüde // „Ja“ zum Recht auf Streik

Berlin, 21.03.2015 – „Beim aktuellen Streik der Lufthansa-Piloten gibt es nur Verlierer.“ So fasst Dirk Popp, CEO von Ketchum Pleon, die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zusammen, die die Kommunikationsberatung durch ein anerkanntes Meinungsforschungsinstitut hat erheben lassen. Das Image der Lufthansa leidet – als Verursacher sieht die Mehrheit der Deutschen jedoch die Piloten und die Vereinigung Cockpit. Verständnis für die Piloten bringt demnach gerade einmal ein Drittel der Bevölkerung auf. Und die Deutschen werden offenbar streikmüde: Die Hälfte der Bürger ist davon überzeugt, dass Streiks zwar ein wichtiges Recht sind, 55 Prozent halten den aktuellen Ausstand bei der Lufthansa aber nicht mehr für verhältnismäßig.

Infografik_Imageverlust„Vor allem das Image der Lufthansa leidet“, erläutert Dirk Popp weiter. 58 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Bild der Fluglinie Schaden genommen hat, für jeden Dritten ist das Image der Lufthansa sogar nachhaltig geschädigt. „Die Zahlen sind deutlich: Nur 19 Prozent sehen die Lufthansa selbst als Verursacher der wiederholten Arbeitsniederlegungen. Dennoch leidet das Ansehen und es ist wahrscheinlich, dass Kunden auch künftig mit den Füßen abstimmen und abwandern. Das ist die Gefahr für die Airline“, so Popp weiter.

Infografik Piloten und die Vereinigung Cockpit werden als Streikverursacher gesehenWenig Verständnis für die Piloten 

Für die Forderungen der Piloten nach besserer Bezahlung und neuen Regelungen zur Rente ab 55 Jahren haben die Befragten nur wenig Verständnis: Für 29 Prozent entbehrt der Streik mittlerweile jeder Verhältnismäßigkeit, weitere 26 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Piloten und die Vereinigung Cockpit ihre machtvolle Position zum Nachteil der Lufthansa-Kunden ausnutzen. Nur für etwa jeden Zehnten sind die Beweggründe der Piloten nachvollziehbar und der Streik angemessen. „Bei der Frage der Verhältnismäßigkeit ist besonders spannend, dass fast ein Viertel der Deutschen die Hintergründe des Streiks gar nicht mehr nachvollziehen kann. Die Komplexität des aktuellen Tarifkonfliktes und die Forderungen bewegen sich für die Deutschen weit abseits vom Täglichen. Das überfordert offensichtlich die Verbraucher“, so Popp.

Ja“ zum Recht auf Streik, aber eingeschränkt    Infografik_Ja_zum_Recht_auf_StreikUnabhängig vom Pilotenstreik ist die große Mehrheit der Deutschen nach wie vor für die Möglichkeit von Streiks. 83 Prozent bestätigen, dass Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht haben sollten, ihre Arbeit niederzulegen. Über die Hälfte davon schränkt jedoch ihre Aussage ein. Obwohl sie grundsätzlich Streikbefürworter sind, ist für diese Menschen die Toleranzschwelle überschritten, wenn das öffentliche (Arbeits-)Leben wiederholt beeinträchtigt wird.

 

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Details zur Umfrage Die Umfragedaten wurden vom Marktforschungsinstitut YouGov unter 1.008 Personen im Zeitraum 17.03.2015 bis 19.03.2015 mittels einer Online-Befragung erhoben. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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Eine ausführliche Präsentation der Umfrageergebnisse erhalten Sie auf Anfrage bei:  petra.heinrich[at]ketchumpleon.com oder matthias.kraeling[at]ketchumpleon.com