Mein Wochenrückblick: Spiegel Reformen // Springer Millenial-Luxus // GWA-Effie Eklat // Spar & Halal // Opa, Edeka & DB // Isch hab Polizei // Zuckerberg Philantrop // Pirelli anders // Brandalism zur Klimakonferenz // PR-Silber @ Eurobest // SBA Adventskalender

JOURNALISMUS & MEDIEN

#1 Spiegel reformiert sich selbst
„Sparen und wachsen“, mit dieser Formel will der Spiegel kommende Herausforderungen meistern und mehr oder weniger krass eine neue Ära einläuten. Konkret bedeutet das digitale Expansion mit elf neuen Digitalprojekten bei gleichzeitigem Abbau von 149 Stellen an anderen Stellen. Auf Leser dürften einige Neuerungen zukommen, so soll zum Beispiel auch eine Paywall aufgezogen werden.

#2 Springer’s Luxusproblem
Andere kämpfen darum, überhaupt bei Jugendlichen anzukommen, im Springer Haus macht man sich selbst Konkurrenz. Laut Meedia gibt es angeblich interne Tumulte, da das Promi-Wikipedia Celepedia nach dem Webseiten-Relaunch dem hausinternen BYou zum Verwechseln ähnlich sieht und dummerweise auch noch Leser anzieht. Das Erfolgskonzept beider Plattformen, neben der einheitlichen Farbgebung? Extremer Fokus auf mobile Nutzung und Social Sharability.

#3 Strerath tritt nach Mauschelei Vorwürfen zurück
Paukenschlag in der Agentur-Szene: Scholz&Friends-Chef Frank Michael Schmidt wirft in einem offenen Brief Jung von Matt-Boss Thomas Strerath unlautere und nachträgliche Einflussnahme auf die Awardvergabe beim GWA Effie vor. JvM habe sich einen der begehrten Gold-Effies selbst zugeschanzt. Denn pikanterweise war JvM-Chef dort Juryvorsitzender. Nachdem die Vorwürfe publik wurden trat Strerath von allen GWA-Ämtern zurück, wies aber die Manipulationsvorwürfe zurück, er habe schließlich nur eine fehlerhafte Bewerbung richtig gestellt.

 

KRISENKOMMUNIKATION

#4 Spar und das Halal-Problem
In der Krise ist eines besonders wichtig: Haltung. Was passiert, wenn man diese nur unbeherzt vertritt, zeigt jetzt die Krise der Spar-Supermärkte in Österreich. Die Kette bot Halal-Fleisch in ausgewählten Filialen an, prompt entzündete sich die Hysterie im Netz. Spar machte zwar klar, dass alle Schächtungs-Vorwürfe unbegründet seien. Doch hoppla, dann kam plötzlich der Rückzieher, der Verkauf wurde gestoppt. Von Regen in die Traufe nennt man das wohl, denn jetzt beschwert sich die Netzgemeinde, Spar knicke vor den rechten Trollen ein.

 

DIGITAL, SOCIAL & CREATIVE STUFF

#5 Der bekannteste Opa Deutschlands
Ein Opa sorgt gerade für mächtig Wirbel. Fangen wir an bei Edekas Weihnachtsspot selbst, #Heimkommen hat innerhalb von 5 Tagen rund 30 Millionen Aufrufe generiert. Gekonntes Storytelling mit herzergreifenden Emotionen trägt zum Erfolg bei, löst aber auch Kritik aus, „geschmacklos!“ kommt es aus vereinzelten Ecken.

Der Spot ist so erfolgreich, das andere aufspringen: Die Deutsche Bahn unterbreitete kurzerhand ein freundliches Angebot und schrieb „Lieber Opa, warte nicht bis sie zu Dir kommen“. Der Hashtag war wohl einfach zu passend, um hier die Finger still zu halten: #Heimkommen kann man mit der Bahn eben schon ab 19 Euro. Das fanden zwar nicht alle lustig, aber zum Memejacking gehört eben auch eine gehörige Portion Mut, die Berichterstattung über die DB-Aktion ging durch die Decke. Gelungene Aktion!

#6 Isch Hab Polizei
Jan Böhmermann hat es mal wieder geschafft, denn Deutschland diskutiert wieder über ihn, so polarisierend wie eh und je. Und das alles wegen seines launigen Youtube Videos. „Isch hab Polizei„. In Gangster-Rapper-Persiflage, inklusive Liebeserklärungen an Kanye West, geht es, wie der Name schon sagt, um Polizei. Sozusagen eine Hommage an selbige. Oder auch nicht, ganz sicher sein kann man sich da eben nicht. Alle Zutaten also sich gehörig Ärger einzusammeln, sei es bei Verteidigern der Subkultur oder Vertretern des Rechtstaats. Funktioniert hat es wunderbar, mit knapp 5 Millionen Klicks nach einer Woche darf man das gerne einen Youtube-Hit nennen.

#7 Vater Zuckerberg, der Philanthrop
Erst machte der Facebook-Gründer Schlagzeilen mit seiner Entscheidung selbst ganze zwei Monate in Vaterschaftsurlaub zu gehen, dann damit auch allen Mitarbeitern vier Monate bezahlten Urlaub für selbiges zu garantieren. Nun kommt die nächste Neuigkeit, die das Netzt beschäftigt: Als frisch gebackener Vater liege ihm das Gemeinwohl besonders am Herzen, deswegen werde er 99 Prozent seiner Facebook-Aktien also rund 45 Milliarden Dollar in eine eigens eingerichtete gemeinnützige Organisation fließen lassen. Das ganze wurde natürlich über einen Facebook-Post bekannt gegeben.

#8 Pirelli mal anders
Nachrichten zum Pirelli-Kalender braucht normalerweise kein Mensch. Diesmal mache ich aber gerne eine Ausnahme: Der Kalender des Reifenherstellers wendet sich von seiner erotischen Vergangenheit ab und zeigt nächstes Jahr „perfekt unperfekte“ Frauen. Diese sind zwar alle berühmt, geben aber einen wunderbar natürlichen Feel zum Kalender. Das Video zur Umgestaltung bringt es auf den Punkt.

#9 Brandalism zur Klimakonferenz
Der Weltklimagipfel in Paris, ein Event, bei dem sich eigentlich Staaten den Schwarzen Peter der Umweltsünden zuschieben. Doch die Guerilla-Künstlergruppe Brandalism hat es geschafft den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung auf die großen Unternehmen zu setzen, und zwar genau dort wo es im Moment weh tut. So geht deren Plakat mit angeblichem Absender VW „We’re sorry that we got caught.“ um die Welt. Ein bisschen selbstverherrlichend aber dennoch entertaining kann man der Gruppe beim Bekleben von Paris 1:30 Minuten lang zusehen.

 

KP FLURGEFLÜSTER

#10 Eurobest: PR-Silber Award für Kampagne „2-EUR-T-Shirt“
Die Erfolgsserie unseres Social Experiments 2-EUR-T-Shirts reißt nicht ab. Beim Eurobest Festival of Creativity, dem europäischen Ableger des Cannes-Festivals, haben wir in der Kategorie PR den Silber-Award gewonnen. Gemeinsam mit den Kollegen der BBDO konnten wir insgesamt 1 x Silber und 2 x Bronze einfahren (Media sowie Promo & Activation).

#11 SBA-Adventskalender in digital
Die Adventskalender der Schweizerische Bankiervereinigung sind in parlamentarischen Kreisen seit langem beliebt und begehrt. Im Zuge der Digitaloffensive der Schweizer Finanzbranche kommt nun auch jedermann in den Genuss. Auch wenn’s Selbstlob ist, der Kalender ist wirklich schön anzuschauen, kreativ noch dazu – Wirklich einen Blick wert!

 

 

 

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