Das politische und gesellschaftliche Großprojekt “Energiewende” stand gestern im Mittelpunkt der 3. Berliner Klimaschutzkonferenz, an der rund 250 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft teilnahmen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Vorträgen des Berliner Umweltsenators Michael Müller (SPD) und des Geschäftsführers der Deutschen Energie-Agentur, Andreas Jung.

Während Jung aus einer gesamtdeutschen Betrachtung insbesondere die Bedeutung eines sparsameren Umgangs mit Energie in den Mittelpunkt rückte, konkretisierte der Berliner Umweltsenator die Zielvorstellungen und Maßnahmen für den Klimaschutz in der Bundeshauptstadt. Dabei unterstrich er das Ziel, Berlin solle bis zum Jahr 2050 “klimaneutral” sein und damit gänzlich ohne schädliche CO2-Emissionen auskommen – egal ob in der Energieversorgung, bei Häusern und Wohnungen oder im Verkehr.

 Die beiden Podiumsdiskussionen des Tages zeigten einmal mehr, wie heftig nicht nur im Bund, sondern auch auf Landesebene um die richtigen energie- und klimaschutzpolitischen Konzepte gerungen wird. Engagiert und kontrovers stritten etwa die energiepolitischen Sprecher der Fraktionen des Abgeordnetenhauses über das Potenzial erneuerbare Energien in der Metropole Berlin, über Ordnungspolitik und die Regelungsmechanismen des “freien Marktes”, Hürden für den Klimaschutz und die Zukunft der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Das Thema Daseinsvorsorge sorgt in Berlin bereits seit einiger Zeit für hitzige Debatten. Dabei geht es unter anderem um die Energienetze der Stadt: Sollen diese nach ihrer Privatisierung wieder re-kommunalisiert werden und wie wäre dies politisch umsetzbar? Welchen Wert hätte ein solches Vorgehen? Wie könnte eine Rekommunalisierung auf ein schnelleres Erreichen der Energiewende einzahlen und welche Rolle spielen Gas-, Strom- und Fernwärmenetze beim Klimaschutz überhaupt? Wie die Podiumsdiskussionen zeigten, scheint der Besprechungsbedarf der beteiligten Akteure hierzu noch  lange nicht abgeschlossen zu sein.

Insgesamt blicken wir auf eine interessante und abwechslungsreiche 3. Berliner Klimaschutzkonferenz zurück, deren Format mittlerweile zum Bestandteil der energie- und klimaschutzpolitischen Diskussion in der Stadt geworden ist. Konzipiert und organisiert wurde die Veranstaltung erneut von Ketchum Pleon Berlin, im Auftrag der Unternehmen GASAG und Vattenfall und in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatskanzlei.