Vom 02.-04. Mai 2018 fand die re:publica in Berlin statt. Unsere Kollegin Celeste war live vor Ort und hat ihre ganz persönlichen Eindrücke für uns zusammengefasst. 

 

 

Das nehmen wir von der re:publica 2018 mit

Alle Jahre wieder. Meistens denkt man dabei an Weihnachten, bei uns eher an die re:publica. Auch dieses Jahr waren wir in der STATION Berlin und sind in verschiedenste Themen on- und offline eingetaucht… manch einer auch ins Bällebad. Die diesjährige Edition stand unter dem Motto „POP“: Pop-Kultur, POWERofPEOPLE, das AufPlOPpen von Filterblasen und wahrscheinlich auch eine Anspielung auf POPulismus und was wir dagegen tun können. Die re:publica wird nämlich immer politischer: Oft wurde darüber diskutiert, wie Data, Algorithmen und künstliche Intelligenz unser Zusammenleben beeinflussen und bestimmen. Fake News und Blockchain dominierten ebenso die Sessions und Diskussionen der wichtigsten Digitalkonferenz Europas. Was haben wir von den drei Tagen mitgenommen? Viele Inspirationen, zahlreiche Gespräche, lustige Momente und offene Fragen zum Weiterdiskutieren. Hier unsere Top 5. Los geht´s.

 

1. Algorithmen sind subjektiv

Inspirierendes Highlight war sicherlich der Fireside Chat mit Chelsea Manning. Die ehemalige US-Soldatin und Whistleblowerin warnte vor den Gefahren künstlicher Intelligenz und appellierte an die Verantwortung von jedes Einzelnen. Beeindruckend war auch ihre Bescheidenheit: Sie möchte nicht als Vorbild betrachtet werden. Das Publikum sah das anders und feierte ihren Mut mit einem Applaus nach dem anderen. Die Dokumente, die sie 2010 an Wikileaks weitergab, trugen unter anderem dazu bei, dass Barack Obama die US-Truppen 2011 aus dem Irak abzog. Meinungsfreiheit und Vielfalt waren weitere, ihr sehr wichtige Themen. Ihre Reise nach Berlin war die erste außerhalb der USA nach ihrer Entlassung. Die tausenden Zuhörer feierten Chelsea Manning wie einen Star und freuten sich auf das autobiographische Buch in Vorbereitung. Wir übrigens auch.

 

 

2. Algorithmen (ver-)formen unsere Wahrnehmung

Der Vortrag von Safiya Umoja Noble, Professorin an der University of Southern California und Autorin von “Algorithms of Oppression”, führte uns einmal mehr vor Augen, dass Google nicht nur eine Plattform ist, sondern dass die Suchmaschine unsere Wahrnehmung der Welt formt und verformt. Noble argumentierte, dass die Kombination privater Interessen bei der Förderung bestimmter Websites zusammen mit dem Monopolstatus einer relativ kleinen Anzahl von Suchmaschinen zu einer Reihe von Suchalgorithmen führt, die Weiße privilegieren und People of Color, insbesondere farbige Frauen, diskriminieren. Dass Algorithmen voreingenommen und parteiisch sind, war schon bekannt. Dank dieses spannenden Talks konnten wir unser Wissen um einen neuen Aspekt erweitern: Algorithmen können Rassismus verstärken.

 

3. Zukunftsperspektive: Blockchain ist im Koalitionsvertrag und Musical.ly mach YouTube Konkurrenz

Wir haben den Bundesverband Blockchain und seine Arbeit kennengelernt. Der Verband, auch „Bundesblock“ genannt, setzt sich für die Förderung der Blockchain-Technologie in Deutschland ein. Übrigens: Der Begriff „Blockchain“ wurde siebenmal in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Wir sind gespannt auf die technologischen Entwicklungen – nicht nur in diesem Bereich! Zehn Tipps für Livestreams auf Facebook und YouTube konnten wir uns nicht entgehen lassen, auch nicht die Medientrends für 2018. Letztere umfassen Podcasts, aber auch Newsletter, Sprachsteuerung, Jodel, Facebook-Gruppen, Satireshows und Instagram Stories.

Der humorvolle Vortrag dazu von Ole Reißmann, Julia Rieke (beide bei Bento) und Jannis Schakarian (Herausgeber von netzfeuilleton.de) war unterhaltsam und wagte einen Blick in die Zukunft: Musical.ly will das neue MTV/YouTube werden. Worüber sonst noch diskutiert wurde? Sind Podcasts und Paywalls die Zukunft?

 

 4. Im Netzwerk der re:publica

Die Herausforderung: Immer und überall war es voll. Bei manchen Vorträgen konnten wir nicht dabei sein, weil im Raum kein Platz mehr vorhanden war. Macht nichts, dachten wir. Wir gingen auf den Hof, je nach Tageszeit für Bier/Wasser & Brainstorming. Learning: Plätze in der Sonne waren ebenso heiß begehrt. Große Herausforderung, wie immer, die Auswahl und entsprechende Entscheidung: Wo gehen wir hin? Auf dem Hof, in den Sessions oder an den Ständen – auf der re:publica kann man wunderbar netzwerken.

 

 

5. Sonstiges

Highlights außerhalb der Sessions und Vorträge: Die Stände von Netzpolitik und der ARD (mit Friseur-Salon). Für manche von uns war es ein Highlight, den Maulwurf ganz offline umarmen zu können. Für andere ein Bier mit Blockchain-Währung zu bezahlen.

 

Ihr konntet nicht bei der re:publica dabei sein? 

Wer nicht dabei sein konnte, kann sich mit vielen Beiträgen im YouTube-Kanal der re:publica trösten. Wir schnuppern noch ein bisschen rein und freuen uns auf die nächste Edition. In diesem Sinne: Wir sehen uns auf der #rp19!