Zwei Tage DMEXCO 2018 in Köln, 48h voll mit Input zu digitaler Wirtschaft und Kommunikation. Unsere Kollegin Romina war vor Ort und hat ihre vier Take-aways von Tag 1 mitgebracht. Ein Thema zog sich dabei durch alle Diskussionen: der Mensch im Mittelpunkt digitaler Kommunikation.

 

1) Sei emotional – Die neue Achtsamkeit der digitalen Kommunikation

Hektischer Lebenswandel, Digitalisierung und veränderter Medienkonsum führen dazu, dass Konsumenten Inhalten nur noch kurz ihre Aufmerksamkeit schenken. Was nicht innerhalb der ersten Sekunden gefällt, wird weggeswiped. Phuong Nguyen (eBay), Kevin Cochrane (SAP) und Philipp Missler (Amazon) haben unter dem Titel “Age of the Customer“ über aktuelle Trends in der kundenorientierten bzw. kundenzentrierten Kommunikation diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass sich die digitale Kommunikation und Wirtschaft ihre Audience bzw. Target Group nicht mehr rein als Kunden sehen darf: Es muss um den Menschen gehen, seine Emotionen, seine Bedürfnisse und seine Lebenswelt. In diesem Zusammenhang bedeutet digitale Kommunikation:

People will forget what you say, but they will never forget how you made them feel.

Emotional zu kommunizieren, hat klare Vorteile:

  • Die Adressaten der Kommunikation sind emotional stärker an die Inhalte gebunden, wodurch die Beziehung mit der Marke gestärkt wird. Dies sei doppelt so wertvoll wie unemotionale Kommunikation.
  • Große Datenmengen bergen große Verantwortung. Vertrauensvorschuss im digitalen Netz war gestern. Marken müssen heute um das Vertrauen der Kunden kämpfen und beweisen, dass sie diesem gerecht werden können.

Am Ende bleibt nur die Frage, wie wir denn nun die Menschen nennen, an die sich unsere Kommunikation und Arbeit richtet. Denn auch die Diskussionsteilnehmer blieben bei der Bezeichnung „customer“.

 

 

2) Sei die Marke – Die Beziehung zwischen Brand, Content und Kunde

Wie bringt man Branded Content an den Mann oder die Frau? Sonja Knab von Burda Forward hat dies in ihrem Talk „How to Brand & Sell With Content Marketing“ diskutiert. Dabei hat sie auch ein paar Tipps und Hinweise mitgegeben.

Guter Marken-Content:

  • ist visuell stark aufgestellt. Das fördert die emotionale Bindung zwischen Kunden und Marke, was wiederum dem Markenimage zugute kommt. Dessen Wirkung kann durch visuelle Kommunikation um bis zu 4% gesteigert werden.
  • stellt den Kunden bei allen Aktionen und Strategien in den Mittelpunkt. Marketing- und Verkaufstexte sind hier ein absolutes No-Go.
  • liefert Input auf allen Ebenen der Customer Journey.

„Mehr als ein Drittel würden ein Produkt, einen Service oder eine Marke ihren Peers empfehlen, wenn sie Branded Content sehen.“

Knabs Tipp ist: Nehmt klassischen Branded Content. Geht es aber um Markenimage oder -aufbau, dann setzt auf visuellen Branded Content.

 

3) Verfolg einen guten Zweck – Der Einfluss von Purpose Based Marketing

Atmosphäre und Gefühl, für die eine Marke steht, sind im Zentrum des Purpose Based Marketings. Warum das Sinn ergibt, könnt ihr oben noch einmal lesen. Bei dieser Form des Marketings geht es also nicht darum, ein Produkt wie einen Schuh oder eine Flasche Wasser in den Vordergrund zu stellen, sondern den Grund, warum man etwas tut. So wird aus „so viele Wasserfalsche wurden verkauft“ ein „so viele Menschen können sauberes Wasser trinken“.

How many people could you feed with your greater good?

Der Vorteil vom Purpose Based Marketing gegenüber dem klassischen Product Marketing ist:  Menschen investieren eher in ein Produkt, wenn sie wissen, dass eine Marke oder ein Unternehmen einen guten Zweck verfolgt und dies auch authentisch kommuniziert.

 

 

4) Sei authentisch – Der Nutzen des Influencer-Marketings

Fake Followers und Co. haben dem Image des Influencer-Marketings geschadet. Doch auch im Netz gilt: Menschen vertrauen Menschen, besonders jenen, die sie kennen. In der Online-Welt sind das oft Influencer. Authentizität ist hier die Währung, die zählt.

Darum sollten Marken mit Influencern zusammenarbeiten:

  • 75% der Kunden trauen klassischer Werbung nicht. Mehr Vertrauen setzen sie hingegen in Influencer.
  • Influencer erhöhen das Engagement. So liegt das durchschnittliche Engagement für einen Post auf Instagram bei 1%, für Influencer-Kooperationen jedoch bei 5%.

Das sollten Marken bei Influencer-Kooperationen beachten:

  • Transparenz ist ein Problem. Mögliche Schwierigkeiten, die man im Vorfeld überprüfen sollte, sind z.B. Fake Influencer Accounts, gekaufte Followers oder Betrug.
  • Influencer-Aktivierungen sollten nie alleine stehen, sondern in einen größeren, kommunikativen Kontext eingebettet werden. Der Vorteil: Ihr erreicht Menschen außerhalb der Fangemeinschaft des Influencers und habt ein besseres ROI.